Ängst und ein Streifen Hoffnung

Das ist neu. Arabisches Graffiti habe ich bisher noch nicht gesehen.

Unter wolkigen Tieren mit und ohne Geweih steht etwas geschrieben. Ich trete näher an die dunkle Wand heran, studiere die weiße Schrift und stelle verwundert fest, dass ich es lesen kann. Ängst steht da. Es sieht nur von Weitem wie arabisch aus, weil der Unterstrich unter den Buchstaben eine durchgezogenen Linie ergibt und das G darunter taucht, wie ein Schwimmer unter der Abtrennung im Hallenbad. Und das T macht spaßeshalber mit. Das S wird mit einem weiteren Schrägstrich, vielleicht soll es auch ein Akzent sein, über dem T fortgesetzt, als ob es die Fluchtrichtung anzeigen oder einen zumindest zum Weitergehen animieren wolle. Ängst.

Und dann merke ich, dass sich die Pünktchen gar nicht über dem A befinden, sondern über dem G. Vielleicht soll es das G weicher machen, vielleicht sind sie auch nur verrutscht. Mein Blick wandert nach links. Alles wie immer: Gestrüpp, ein paar Pflastersteine, die irgendeiner der Bautrupps hier zwischengelagert hat. Kein Grund zur Beunruhigung. Nur keine Ängst.

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