Never Ending Stories

Das Museum sieht aus, als sei es aus einem Fischertechnik Bausatz zusammengeschraubt. Gelochte Stützelemente, Gitterroste, die auf Streben liegen, Fassadenelemente aus Lochblech, Zickzacktreppe nach oben.

Vielleicht ganz passend für eine Stadt , die vor allem für ihre Autostadt bekannt ist, Auslieferungszentrum und mehr von VW, größte Autofabrik der Welt.

Trotzdem steht das Museum etwas verloren in dieser Fußgängerzone, in der nachmittags um fünf kaum jemand unterwegs ist, der Wind ungestört die Blätter aufwirbeln kann, ein Schlagersänger neben ein paar blau-weiß beflaggten Hütten sich verzweifelt bemüht, Oktoberfeststimmung aufkommen zu lassen.

Nur die Frau in roter Baskenmütze und kurzem Rock schreitet unermüdlich voran. Sie erinnert an andere Zeiten, an Tim und Struppi, an das Doppelte Lottchen, an Freundschaften, die zerbrechen und wieder zusammenwachsen, an Abenteuer und Anspannung, an die zufriedene Erschöpfung, wenn alles gut überstanden ist.

Die Frau schreitet voran, elegant und selbstbewusst, und kommt doch keinen Deut voran.

Sie ist Teil einer Ausstellung, die erst noch beginnt, und sich mit Katzen, die sich in den Schwanz beißen, beschäftigt, mit Wiederkehrendem, niemals enden Wollendem.

Vielleicht ist es das Wetter, Nieselregen setzt ein, Xavier holt nochmal ordentlich Luft, um dann richtig lospusten zu können, aber ich bin erleichtert, einigermaßen trocken an meinem Ziel angekommen zu sein.

 

Never Ending Stories – Der Loop in Kunst, Film, Architektur, Musik, Literatur und Kulturgeschichte. Kunstmuseum Wolfsburg vom 29.10.2017 – 18.02.2018

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