Der Seestern

Der graue Fluss geht nahtlos in das Grau des Himmels über. Ein paar Möwen plustern sich auf der Kaimauer auf, ansonsten ist niemand unterwegs. Sogar das Wasser hat sich zurückgezogen und hinterlässt handtellergroße Pfützen im Schlick.

Eine Schutzwand in Industriegrün schützt eine Ödnis aus Beton und ein paar verwaiste Spielgeräte –  vor Wasser und Wind, vor neugierigen Blicken, ich weiß es nicht. Auf dem Tor sind Fische aufgemalt, ein Sextant und eine Schnapsbuddel, Trost in trüben Zeiten.

Wir gehen weiter, steigen eine überwucherte Treppe hinauf. Ein Glückstern leuchtet mir entgegen, ein Seestern, der wie ein munteres Männchen zum Tanz die Arme ausbreitet. Sein Leib sprudelt vor Energie, vielleicht sind es auch die Glitzersteine eines Elvis-Kostüms. Selbst die Hollunderdolden nicken im Takt mit den Köpfen.

Oben auf dem Deich breite ich die Arme aus und stelle mich dem Wind. Ich lasse mich ordentlich durchpusten und freue mich auf einen Tee mit Schuss.

 

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